Übers Wochenende war ich mit Nacho im Cajon del Maipo. Der Ort Baños Morales zu dem wir gefahren sind ist relativ weit in den Bergen. Da dort kaum Leute wohnen und das Dorf eigentlich nur vom Tourismus lebt gibt es auch nur Samstag und Sonntags Busse. Wir sind also am Samstag in der früh über eine holprige Schotterstrasse dort hingefahren. Der Bus war so überfüllt dass Leute am Strassenrand stehen gelassen wurden, obwohl der nächste Bus erst 24h später geht! Dort angekommen wollten wir in den Nationalpark "El Morado" um dort zumindest eine Nacht zu bleiben. Doch der Parkranger erklärte uns dass das Camping seit diesem Jahr verboten ist da letztes Jahr zu viel Müll hinterlassen wurde. Toll. Wir haben vergebens nach einem anderen Zugang zum Park gesucht da es aber eine Schlucht ist gibt es wirklich nur diesen einen bewachten Eingang. Auf der Strasse haben wir dann einen ca. 60 jährigen Señor, Roberto, getroffen und ihn um Rat gefragt. Er sagte uns dass 12km weiter bergauf Thermalbecken sind und dass man dort auch über Nacht bleiben kann. Gleichzeitig lud er uns in die Ferienhäuser ein die er dort bewacht/pflegt. Wir haben uns dann also aufgemacht zu den Thermalquellen Baños Colina. Auf dem Weg haben wir einige Autos überholt die wegen den schlechten Strassenbedingungen aufgeben mussten.
Die Therme ist genial! Es sind einfache schlammige Erdlöcher die mit vulkanisch geheitztem Wasser gefüllt werden. Das oberste Becken ist das heisseste, und zwar so heiss dass man nach 3 Minuten das Becken zwangsläufig verlassen muss um keine bleibenden Schäden davon zu tragen. Der Ausgang dieses Beckens geht ins nächst niedrigere usw. Dadurch ergibt sich eine angenehme Abstufung der Temperaturen. Neben Campingplatz hatten wir dort auch Trinkwasser und eine Dusche (allerdings eiskaltes Gletschertauwasser). Bereits am Samstag haben wir dort einige Stunden verbracht und wollten schon gar nicht mehr raus in die Kälte.
Nachts um 4Uhr musste ich aufs Klo und hatte ziemlich kalte Füsse. Ich beschloss nichtmehr in den Schlafsack zurück zu gehen und stattdessen die restliche Nacht in der Therme zu verbringen. Dort waren auch noch einige andere Gäste die die Nacht durchfeierten und mich auf ein Bier einluden. Unter Sternenklarem Himmel und weniger als 0º habe ich dort die heissen Thermen genossen.
Nach dem Sonnenaufgang kam dann auch irgendwann Nacho total durchfroren aus dem Zelt gekrochen. Als dann um ca. 8 Uhr die Sonne unser Zelt erreichte habe ich die letzten Stunden Schlaf nachgeholt.
Am Nachmittag haben wir den Rückweg angetreten und Roberto aufgesucht der uns am Tag zuvor eingeladen hatte. Roberto war unglaublich gastfreundlich und hat uns das große Schlafzimmer zur Verfügung gestellt. Wir haben dann am Abend gekocht, viel geredet und ein bischen getrunken.
Montags sind wir dann in den Nationalpark, der wirklich nicht riesig ist. Nach ca. einer Stunde war das gesamte Tal schneebedeckt und wir sind auf teilweise meterhohen Schneemassen weitergegangen. Im Großen und Ganzen ging das auch gut, nur ab und zu sind wir eingebrochen:
Die Lagune war noch zugeschneit und nur zu erahnen, dafür war der Gletscher umso beeindruckender.
Roberto wollte am Montag Abend nach Santiago aufbrechen und wir haben gefragt ob wir das Zelt im Garten aufbauen können um bis Dienstag zu bleiben. Nach kurzem überlegen hat er dann beschlossen dass er ebenfalls noch einen Tag länger bleibt. So haben wir einen weiteren netten Abend mit Roberto verbringen können. Wir werden uns wohl in Santiago auch nocheinmal auf ein Bierchen treffen um ihm die Fotos auf Papier zu geben.
Am Dienstag haben wir es dann ganz ruhig angehen lassen und nur eine kleine Runde gedreht. Unter anderem sind wir am Refugio Aleman vorbeigekommen. Eine der ersten Schutzhütten in den Anden auf über 2000m. Auch der österreichische Einfluss ist bei der Bauweise mit Schopfdach kaum zu übersehen.
Zurück nach Santiago sind wir dann per Anhalter gekommen. Busse fahren dort während der Woche nämlich wie erwähnt keine. Hier in Santiago lege ich nun gerade einen kurzen Boxenstop ein (Vorlesungen, Wäsche waschen, Fotos organisieren, Blog schreiben) und heute Nacht geht es mit meinen französischen Mitbewohnern auf ins Valle Elqui. Dort war ich zwar schoneinmal, aber durch den ganzen Regen habe ich nicht viel sehen können.
Machts gut!
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4 Kommentare:
puto nacho, de pantalón corto, ya le vale!! puto weon
weonsituuuuuuu!!!
que envidia de viajes que te haces!
que bien vives weon!!!!
te echamos de menos en la inmensa casa gris!!
mua
Hola Ralf,
Die USA grüßt Chile. Boa wahnsinn wo du überall herumkommst. Da bin ich echt neidisch!
Du sag mal hast du deine Domain geändert, da jetzt meine Seite inklusive dem verstaubten AN Wiki leider nicht mehr abrufbar sind.
Gibts da noch ne Möglichkeit wie ich sie aufrufen kann?
Mail an mayr5280@web.de.
lg Martin (Maya)
joder, tío --> por lo menos en este momento tu semestre extranjero, de verdad, parece más descansado y también aventurero.
espero que pasas un tiempo maravilloso. ¡ten cuidado!
saludos,
ben
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